Selbstakzeptanz: 8 Tipps für einen liebevollen Umgang mit sich selbst

Bild: ©giulia-bertelli-unsplash.com
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Gehören Sie zu den Menschen, die sich häufig selbst kritisieren? Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit häufig auf die Eigenschaften, die scheinbar fehlerhaft sind? Zweifeln Sie an Ihren Fähigkeiten und leiden an einem geringen Selbstwertgefühl? Erfahren Sie, wie Sie Ihr Selbstwertgefühl stärken können und Sie dadurch mehr Lebensfreude, Gelassenheit und Zufriedenheit entwickeln können. 

Selbstakzeptanz statt Selbstablehnung

Jeder Mensch kennt sie, die innere Stimme die einem permanent zuflüstert, nicht gut genug zu sein. Die uns sagt,

dass wir zu untalentiert, unsportlich, ungeduldig oder ungeschickt sind. Das wir es zu nichts bringen und wir erst

alle vermeintlich negativen Anteile wie Schüchternheit, Verletzlichkeit, Aggressivität, Angst, Ungeduld oder Faulheit bekämpfen oder eliminieren müssen, um uns selbst annehmen zu können. Allerdings ist das ein Vorhaben, das zum Scheitern verurteilt ist. Kein Mensch ist perfekt. Obwohl viele Menschen genau das von sich verlangen.

 

Zudem wird es uns auch oft suggeriert. Durch die Medien werden wir mit unrealistischen Schönheitsidealen und erfolgreichen Menschen konfrontiert. Menschen, die scheinbar das perfekte Leben haben. Zumindest nach außen hin. Mittlerweile gibt es Studien die belegen, dass sich die Nutzung sozialer Medien wie Facebook oder Instagram, besonders bei Frauen negativ auf die psychische Gesundheit aus. Das liegt daran, dass die meisten Menschen nur positive Dinge teilen und sich von ihrer Schokoladenseite zeigen. Dadurch entsteht fälschlicherweise das Gefühl, dass andere viel glücklicher, erfolgreicher oder generell zufriedener sind. 

  

Welche Folgen fehlende Selbstakzeptanz hat

Überhöhte Selbstansprüche, übertriebener Perfektionismus und Selbstverurteilung sind schädlich für uns und führen langfristig zu einer Vielzahl von psychischen Krankheiten wie Depressionen, Angsterkrankungen oder psychosomatischen Erkrankungen.

 

Außerdem können durch den ständigen Perfektionszwang und die daraus resultierende Anspannung auch körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Erschöpfung, Schlafprobleme  oder Panikattacken entstehen. Hinter dem Perfektionszwang verbirgt sich ein geringes Selbstwertgefühl und Angst. Angst nicht gut genug zu sein. Angst Fehler

zu machen. Angst nicht die erforderlichen Leistungen zu erbringen. Dies führt auch häufig zu einem Burnout. 

 

Selbstakzeptanz - der Schlüssel zu innerer Stärke und Selbstliebe

Selbstakzeptanz bedeutet, sich selbst so anzunehmen, wie man eben ist. Mit allen Stärken und auch Schwächen. 

 

Einen gelassenen Umgang mit seinen Schwächen zu bekommen, führt zu innerer Stärke, Gelassenheit und einer gesunden Form von Selbstliebe. Menschen, die sich selbst akzeptieren, sind unabhängiger von den Meinungen anderer. Sie können Kritik besser annehmen und fühlen sich dadurch nicht persönlich angegriffen. Außerdem machen sie ihren Selbstwert nicht von ihren Leistungen abhängig. Sie können sich Fehler und Missgeschicke besser verzeihen, statt daran festzuhalten und sich selbst zu geißeln.

 

Selbstakzeptanz umfasst auch Selbsterkenntnis und eine gesunde Selbstkritik. Wer sich selbst kennt und kritisch hinterfragt, entwickelt sich weiter und lernt seine Licht- und Schattenseiten gleichermaßen anzunehmen.

 

Menschen, die sich selbst akzeptieren, achten auf ihre Werte und Bedürfnisse und handeln entsprechend danach. Sie trauen sich selbst etwas zu und erlauben sich, durch Fehler zu lernen, um zu wachsen. Sie erkennen sich und ihr Tun an.  

 

Selbstakzeptanz bedeutet natürlich nicht, sich einzureden, wie toll man doch ist und Veränderungen nicht notwendig sind. Es ist vollkommen in Ordnung, nach persönlichem Wachstum zu streben oder sich in Selbstdisziplin zu üben. Vor allem wenn es darum geht, ungesunde Verhaltensweisen abzulegen. Zum Beispiel, um mit dem Rauchen aufzuhören, etwas für die körperliche Fitness zu tun oder um etwas Neues zu lernen, um ein erfülltes Leben zu führen. Das sind ebenfalls Aspekte der Selbstwertschätzung und Selbstachtung. Selbstakzeptanz schließt Veränderungsprozesse mit ein. 

 

Selbstaktzeptanz kultivieren - Diese 15 Schritte helfen dabei

1.Achtsamkeit im Alltag

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Photo by Milan Popovic on Unsplash

Der Weg zu Selbstakzeptanz ist ein Prozess und kein einmaliger Akt. Es erfordert Zeit und auch Geduld, sich selbst wohlwollend und achtsam zu begegnen.

 

Es empfiehlt sich, eine tägliche kurze Achtsamkeitspraxis zu integrieren. Planen Sie zu Beginn am besten täglich ca. 3-5 Minuten ein. Nach einigen Wochen können Sie die Zeit erweitern. Machen Sie es sich an einem ruhigen Ort bequem und nehmen Sie wahr, wie es Ihnen gerade geht. Sie müssen nichts verändern. Es geht nicht darum, etwas zu verändern, sich zum Beispiel zu entspannen oder ruhiger zu werden. Sondern einfach  da zu sein und wahrzunehmen wie es Ihnen gerade geht. 

2.Selbstfürsorge kultivieren

Selbstfürsorge bedeutet, die eigenen Bedürfnisse selbst zu erfüllen statt die Verantwortung an andere Menschen abzugeben. Gut für sich zu sorgen, verbessert die seelische Widerstandskraft (Resilienz) und das Selbstvertrauen. Viele Menschen haben das einfach nicht gelernt. Besonders Frauen tun sich sehr schwer damit. Sie sind permanent für andere da und vergessen sich selbst. Das führt zu Frustration und einem Gefühl von innerer Leere. Nähren Sie sich selbst. Täglich. Mit einem guten Buch, einem leckeren Tee, einem Spaziergang in der Natur. Es sind die kleinen Dinge im Alltag, die für mehr Freude, Zufriedenheit und Lebensqualität sorgen. 

 

3.Grenzen setzen

Menschen, denen es schwerfällt gesunde Grenzen zu setzen und Nein zu sagen, bringen sich selbst immer wieder in schwierige Situationen. Sie tun Dinge, die sie nicht tun möchten. Aus Angst vor Ablehnung, um einen Streit zu vermeiden oder um nicht als egoistisch wahrgenommen zu werden. Das schwächt nach und nach das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung. Nein-Sagen kann wie jede andere Fähigkeit gelernt werden. Manchmal kann es sinnvoll sein, sich hierfür Unterstützung in Form von Beratung, Coaching oder einer Kurzzeittherapie zu holen. 

 

4. Perfektionismus überwinden

Perfektionismus macht auf Dauer krank. Die Angst vor potenziellen Fehler, erzeugt eine Daueranspannung, und verursacht eine Reihe von psychischen Belastungen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Burnout. Perfektionismus lässt sich nicht einfach abstellen. Es geht darum zu lernen, mit der eigenen Unvollkommenheit, Fehlern und Niederlagen anders umzugehen. Auch wenn Sie weiterhin hohe Ansprüche haben und danach streben, auf einem Gebiet immer besser zu werden. Akzeptieren Sie es als individuelles Persönlichkeitsmerkmal. Verändern Sie jedoch Ihren Blickwinkel auf Fehler.

 

5.Umgang mit dem inneren Kritiker

Betrachten Sie Ihren inneren Kritiker als Teil Ihrer Persönlichkeit.  Gegen ihn anzukämpfen macht alles nur noch schlimmer. Geben Sie ihm stattdessen eine Gestalt. Vielleicht als Person, als Fabelwesen oder etwas anderes. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Außerdem können Sie ihm einen Namen geben. Je lustiger, desto besser. Sehen Sie den inneren Kritiker, als ungebetenem Gast, dem Sie trotzdem höflich begegnen. Erkennen Sie, in welchen Situationen Ihre selbstkritische Stimme zum Vorschein kommt. Machen Sie sich bewusst, dass sogar der innere Kritiker eine positive Absicht hat. 

 

6. Emotionale Intelligenz

Sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen erfordert Mut. Vor allem, im Umgang mit schmerzhaften Gefühlen. Jeder kennt den natürlichen Impuls, die "störenden" Gefühle unterdrücken oder sich abzulenken zu wollen. Doch dadurch schneiden wir uns von der eignen Lebendigkeit und Kraft ab. Körper und Seele geraten aus dem Gleichgewicht, sodass psychosomatische und psychische Krankheiten entstehen. Stellen Sie sich einmal vor, einen Ball unter Wasser drücken zu wollen. Es kostet unglaublich viel Kraft und der Ball ploppt immer wieder an die Oberfläche. So ähnlich ist es mit Gefühlen. 

 

7.Umgang mit Fehlern

Viele Menschen haben große Angst davor, Fehler zu machen. Vor allem perfektionistisch veranlagte Menschen. Deshalb tun sie alles, um Fehler zu vermeiden. Das erzeugt viel Stress. Denn jeder Mensch macht Fehler.  Fehler sind ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Weiterentwicklung. Vorausgesetzt wir lernen aus unseren Fehlern und nutzen sie, um beim nächsten Mal etwas anders zu machen. Gehen Sie also wohlwollend mit sich um, vor allem wenn Sie "Fehler" machen. Auf Fehler mit Ärger, Selbstkritik oder Schuld zu reagieren, ändert nichts und schwächt das Selbstwertgefühl. Durch Meditation und Achtsamkeit können Selbstmitgefühl und Selbstvergebung kultiviert werden. Das stärkt die Persönlichkeit und führt zu innerer Stärke. 

 

8. Persönliche Stärken finden

 

Den meisten Frauen, mit denen ich zusammenarbeite, fällt es ziemlich leicht, Ihre Schwächen zu benennen. Sobald es aber um die eigenen Stärken geht, kommen viele ins Stocken. Sie glauben, keine besonderen Fähigkeiten oder Stärken zu haben. Deshalb versuchen sie mit viel Kraftaufwand, ihre Schwächen zu beseitigen, statt sich auf ihre Stärken zu konzentrieren. Die Beschäftigung mit den eignen Stärken und Kompetenzen, verbessert das Selbstbewusstsein und stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Ich empfehle Ihnen, sich einmal alles zu notieren, was Sie an sich mögen. Das können auch Dinge sein, die andere Menschen an Ihnen schätzen. Überlegen Sie einmal, wofür Sie oft Komplimente bekommen. Was fällt Ihnen leicht? Notieren Sie sich auch Ihre Interessen und Hobbys. Schreiben Sie mindestens 10 - 20 Eigenschaften auf.

 

Auf der Seite 16 Personalities können Sie einen kostenlosen Persönlichkeitstest machen, um mehr über Ihre Persönlichkeit zu erfahren. 


Welchen Tipp möchten Sie in Ihrem Alltag umsetzen? Es ist nämlich nicht entscheidend, ob Sie die genannten Ideen schon

kennen, sondern welche Sie davon aktiv umsetzen!

Ramona Runcan

 

Entspannungstrainerin & Hypnose Coach (TherMedius Institut)

Heilpraktikerin für Psychotherapie & Entspannungstrainerin

 

Ich unterstütze Menschen dabei, sich von emotionalen Belastungen und mentalen Blockaden zu lösen, damit Sie Ihr Leben selbstbestimmt, glücklich und erfüllt gestalten können.