So findest du inneren Frieden - Ein hilfreicher Leitfaden

Bild: ©joyre8-eli-defaria-unsplash.com
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Viele Menschen sehnen sich danach zufrieden, glücklich und erfüllt zu leben. Allerdings schaffen es nur wenige, das eigene Leben dauerhaft harmonisch und freudvoll zu gestalten. Stattdessen führen viele Menschen einen unerbittlichen Kampf gegen sich selbst und ihre Lebensumstände. Erfahre, wie du dich innerlich ruhiger und gelassener fühlen kannst.

Was unseren inneren Frieden stört

Bevor ich darauf eingehe, wie wir inneren Frieden erlangen können, möchte ich mich zunächst einmal mit der Frage beschäftigen, was unseren inneren Frieden überhaupt stört. In unserer hektischen Zeit ist es vor allem der Stress. Die Reizüberflutung, Zeitdruck, Konflikte bei der Arbeit oder in der Partnerschaft. Die wachsenden Anforderungen. Getreu dem Motto " Höher, schneller und weiter". 

 

Dies führt zu emotionaler Unausgeglichenheit, Selbstzweifel,  Frustration, Ärger, Erschöpfung und psychosomatischen Störungen. Immer mehr Menschen leiden an Bluthochdruck, spannungsbedingten Schmerzen oder Magen-und Darmproblemen. Auf psychischer Ebene führt chronischer Stress zu Ängsten, Depressionen und Abhängigkeiten. Soweit muss es nicht kommen!  Wer dem rechtzeitig entgegenwirkt, reduziert stressbedingte psychische und körperliche Erkrankungen. 

 

Hinzu kommen unbewältigte und unbewusste Denk-und Verhaltensweisen, die zu belastenden Emotionen und Gefühlen führen. Sorgen, Neid, Missgunst, Eifersucht, Wut, Schuld oder Scham bringen uns aus dem Gleichgewicht. 

 

Im Buddhismus wird gelehrt, dass es 3 Quellen gibt, aus denen unser Leid genährt wird. Anhaftung, Ablehnung und Unwissenheit. 

 

Anhaftung - Nicht loslassen können

Eine Anhaftung kann in Bezug auf alle materiellen Güter und Besitztümer entstehen. Aber auch auf Menschen, Situationen, positiv empfundene Gedanken oder Gefühle. Viele Menschen halten an Dingen und Menschen fest. Sie suchen ständig nach dem nächsten Kick. Dieses Verhalten begünstigt die Entstehung von Abhängigkeiten und Süchten jeglicher Art.  Es gibt stoffgebundene Süchte wie zum Beispiel: Nikotinsucht, Alkoholsucht, Drogen, Medikamente oder andere Substanzen oder nichtstoffgebundene Süchte wie Spielsucht, Internetsucht, Sex,-Kauf-Sportsucht oder Arbeitssucht. Das führt zu noch mehr Leid und Unzufriedenheit. Es entsteht ein Teufelskreis. 

 

 

Ablehnung - Sich selbst oder andere bekämpfen

Sich selbst abzulehnen und zu verurteilen führt zu Stress, Selbstzweifel und Frust. Viele Menschen lehnen Eigenschaften und Verhaltensweisen, die sie als schlecht oder schwach bezeichnen. Sie suchen die Fehler ständig bei sich. Andere wiederum kritisieren ihre Mitmenschen und verurteilen sie. Eigene als negativ empfundene Gedanken, Gefühle oder Eigenschaften werden auf andere Menschen projiziert. 

 

Wir können aber auch schwierige Lebensumstände, Krisen oder Herausforderung ablehnen. Doch solange wir gegen die Realität ankämpfen, empfinden wir Unruhe statt inneren Frieden. 

 

 

Unwissenheit - Stillstand statt Entwicklung

Viele Menschen tragen eine Reihe von negativen Gedanken und hinderlichen Überzeugungen in sich. Sie haben sich unbewusst durch andere Menschen und Lebenserfahrungen ein falsches Selbstbild und Weltbild angeeignet. Der Schleier der Unbewusstheit verhindert, hinter die Fassade solcher Konzepte zu blicken.

 

In meinem Alltag habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass die oben genannten Punkte  die Ursache zahlreicher Konflikte und Probleme sind. Sowohl durch meine eigene Reflexion, als auch durch die Arbeit mit Menschen, die an psychischen Beschwerden leiden. 

 

Wie wir Inneren Frieden finden können

Leid überwinden und Frieden finden

Der Weg zu innerem Frieden beginnt bei uns selbst. Schmerzhafte Gefühle und heftige Reaktionen auf äußere Umstände deuten darauf hin, dass etwas in uns selbst im Unfrieden ist. Auch wenn wir der Ansicht sind, dass andere Menschen oder Situationen für unsere unangenehmen Gefühle verantwortlich sind.

 

Leid ist ein Anzeichen dafür, unsere meist unbewussten Gedanken und Überzeugungen gründlich zu überprüfen. Dieser Weg erfordert Mut, denn wir werden mit alten Verletzungen und einer Flut von unverarbeiteten Gefühlen konfrontiert. In der Stille können wir lernen, diesen Gefühlen sanft und geduldig zu begegnen, um diese liebevoll zu integrieren. Dadurch können Projektionen geheilt werden.

 

Achtsamkeit und Bewusstseinsschulung

Achtsamkeit kann als innere Einstellung betrachtet werden. Durch Achtsamkeit können wir bemerken, welche Gedanken wir denken und welche Gefühle dadurch entstehen. Wir lernen, möglichst neutral zu beobachten und kommen so unseren Urteilen und Denkfehlern auf die Spur. Wir erkennen immer häufiger, wie sich unser Geist in bestimmten Situationen, automatisch in eine Abwärtsspirale manövriert. 

 

Bei der Achtsamkeit geht es darum, offen, neugierig und mitfühlend mit uns selbst umzugehen. Ein weiterer Aspekt der Bewusstseinsschulung ist es, heilsame Gedanken und Gefühle wie Liebe, Dankbarkeit, Vertrauen und Vergebung zu kultivieren und zu verinnerlichen. 

 

Loslassen

Für unseren inneren Frieden ist Loslassen von großer Bedeutung. Indem wir loslassen und akzeptieren, was wir erlebt haben, können wir uns für neue Erfahrungen öffnen. Durch bewusstes loslassen stärken wir unsere seelischen Widerstandskräfte. Es ist natürlich ein Prozess, sich von emotionalen Belastungen und Erfahrungen zu lösen. 

 

Ich habe schon viele Menschen getroffen, die teilweise ihr ganzes Leben lang, unnötigen Ballast aus der Vergangenheit mit sich geschleppt haben und dadurch sehr unglücklich und auch krank wurden.

 

Wir können uns jeden Tag darin üben bewusst loszulassen. Belastende Gedanken und Überzeugungen, Urteile, starre Ansichten. Selbstverständlich auch schmerzhafte Erfahrungen aus der Vergangenheit sowie ungelöste und belastende Gefühle. Es ist quasi ein mentaler und seelischer Hausputz. Wir machen eine geistige Inventur und verabschieden uns von allem, was uns nicht mehr dienlich ist. Das ist wirklich befreiend! 

 

Loslassen hat viel mit Akzeptanz und Annahme zu tun. Vor allem, wenn wir traumatische und sehr schmerzhafte Erfahrungen gemacht hat.  Diese Dinge können wir nicht rückgängig machen. Doch wir können jederzeit unsere Einstellung darauf verändern. 


Bild Fotolia - : phoopanotpics
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Weise Menschen sehen, dass alles Glück und Leid vom Geist abhängt. Suche daher dein Glück nicht im Äußeren, sondern in deinem eigenen Geist - dort liegen seine Ursachen. Auch jeder glückliche Moment kommt aus deinem eigenen Geist, sei es der kleine Genuss, der an einem heißen Tag entsteht, wenn ein leichter kühler Wind aufkommt, oder das höchste Glück der Erleuchtung. Alles Angenehme entsteht aus deinem Geist, deine eigene innere Fabrik hat es geschaffen. Deine Gedanken sind die Ursachen deines Glücks, daher musst du es im Inneren suchen.

 

Lama Zopa Rinpoche


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Header: Photo by Patrick Fore on Unsplash