Was können wir tun, wenn Angst auftaucht?

Bild: ©eutah mizushima-unsplash.com
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Angst ist ein Gefühl, das jeder Mensch kennt. Es hat die Funktion, uns in bedrohlichen Situationen zu warnen und sichert damit unser Überleben. Es kommt allerdings häufig vor, dass die Angst bei vielen Menschen überhand nimmt.

Angst als existenzieller Begleiter unseres Lebens

Angststörungen gehören neben Depressionen und Suchterkrankungen zu den häufigsten psychischen Beschwerden.

Laut Studien leiden in Deutschland ungefähr 5 bis 10 % der Bevölkerung an Angsterkrankungen. Wobei die Dunkelziffer

sicher höher ist.

 

Das hängt damit zusammen, das Ängste in vielen Fällen nicht als solche erkannt werden, weil sie sich hinter anderen

Symptomen verbergen. Das sind vor allem körperliche Symptome, Zwänge, andere Gefühle wie Wut oder Perfektionismus.

 

Was sind die Gründe für Angst

Angst entsteht, wenn wir mit einer realen Bedrohung konfrontiert werden, dies wird auch als Realangst bezeichnet.

Irrationale Ängste treten auch dann auf, wenn keine reale Gefahr besteht. 

 

Faktoren, die für die Entstehung von krankhaften Ängsten verantwortlich sind:

  • Biografische Faktoren wie Überbehütung, ängstliche Eltern, Lernen am Modell.
  • Eine abhängige oder ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstruktur.
  • Biografische Faktoren wie Überbehütung, ängstliche Eltern, Lernen am Modell.
  • Traumatische Lebensereignisse oder Lernerfahrungen.
  • Akute oder lang andauernde Belastungssituationen.
  • Innere Konflikte mit Abwehrmechanismen und Vermeidungsverhalten.

 

Ergänzend spielen soziale und gesellschaftliche Faktoren eine entscheidende Rolle. Der indische Philosoph Osho,

schreibt in seinem Buch "Angst -Die Unwägbarkeiten des Lebens verstehen und annehmen", das Angst nur in unserem

Denkmechanismus existiert. Die Medien füttern uns tagtäglich mit angsteinflößenden Nachrichten. Diese tragen dazu bei,

die Angst weiterhin zu nähren.

 

Durch die soziale Konditionierung werden viele Menschen regelrecht zur Perfektion und Höchstleistungen getrimmt.

Es geht darum belastbar, tüchtig und funktionsfähig zu sein.

 

Die hohen Ansprüche an sich selbst oder durch andere und die ständige Betriebsamkeit, fördern mit der Zeit, die Entstehung

von Unsicherheit und Ängsten.

 

Häufige Gründe für Angst sind:

  • Die Angst zu versagen.
  • Die Angst nicht gut genug zu sein.
  • Die Angst vor Krankheit und Gebrechen.
  • Die Angst vor Trennung und Verlust.
  • Die Angst vor dem Alleinsein.
  • Die Angst sich zu blamieren.
  • Die Angst um andere Menschen.
  • Die Angst vor Naturkatastrophen.
  • Die Angst vor engen Räumen.
  • Die Angst vor der Angst.
  • Natürlich die Angst vor dem Tod.

 

Die Liste kann endlos weitergeführt werden. Im Grunde kann jeder Gegenstand oder Situation, Angstgefühle auslösen. 

 

Angst ist ein elementares Gefühl, das jeden Menschen, von klein auf bis ins hohe Alter begleitet. Da Angst zu den unangenehmen Gefühlen gehört, ist es eine natürliche Reaktion, die Angst verdrängen oder unterdrücken zu wollen. 

 

Das kann sich durch das Bedürfnis äußern zu flüchten. Es ist dann so, als ob die betreffende Person, durch eine ständige Getriebenheit, vor sich selbst fliehen möchte. 

 

Andere haben das Bedürfnis danach, sich zurückzuziehen - da sie sich wie erstarrt und eingefroren fühlen. 

Die Mehrzahl der Menschen, die an Ängsten leiden, vermeiden alle Situationen, die in irgendeiner Form Angstgefühle auslösen. Der Lebensradius wird somit immer kleiner und enger. 

 

Was können wir also tun, wenn Angst auftaucht?

Ich glaube, dass wir unsere subjektiven Ängste als persönlichen Lehrmeister betrachten können. Es ist gewissermaßen eine Aufforderung zur persönlichen Entfaltung. Vorausgesetzt wir sind bereit, zu schauen, welche Botschaft die Angst für uns bereithält. 

 

5 Schritte um die Angst zu transformieren

  • Akzeptiere, dass Angst ein wichtiger Bestandteil des Lebens ist.
  • Erkenne und versteh, durch welche Gedanken Angst erzeugt wird.
  • Übe dich darin, die Angst anzunehmen, sobald sie auftaucht.
  • Stellen dich deinen eigenen Ängsten, statt Impulse von Flucht oder Rückzug zuzulassen.
  • Kultiviere Liebe und Freude als Gegenmittel zur Angst. Richte den Fokus auf das, was Lebensfreude erzeugt.

5 Tipps im Umgang mit der Angst

  • Beweg dich! Das kann ein meditativer Spaziergang an der frischen Luft, ein paar sanfte Yogaübungen oder wildes Tanzen sein. Körperliche Bewegung macht den Geist flexibler und sorgt rasch für bessere Laune
  • Halte inne und mach dir bewusst, dass dein Atem von ganz alleine kommt und wieder geht. Was für ein Geschenk. Bewusstes Atmen ist die beste und wirksamste Möglichkeit, um einen aufgewühlten Geist zu beruhigen.
  • Nimm dir Zeit für eine Achtsamkeitsübung: Atme ein und atme aus. Wandere anschließend gedanklich durch deinen Körper. Nimm deine Empfindungen wahr. Beobachte, was sich in deinem Kopf abspielt. 
  • Nimm dir Zeit für eine Entspannungsübung: Muskelentspannung, autogenes Training, eine Phantasiereisen sind bestens geeignet, um Angst zu reduzieren. 
  • Beruhige dich selbst mit einem konstruktive Sätze wie “Mit jedem Atemzug werde ich ruhiger..”oder einfach nur “Ruhe” oder “Loslassen”.

Nimm dir auch im Alltag regelmäßig Zeit, um zu erforschen, was in dir ein Gefühl von Angst auslöst: 

  • welche Situationen?
  • welche Gedanken und
  • welche Vorstellungen )

 

In der Regel erzeugen wir durch unrealistische Gedanken und Vorstellungen, selbst die Ängste. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir auch in der Lage sind, diese aufzulösen.

 

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